8 Prinzipien achtsamer Kommunikation

In der aktuellen Ausgabe des mindful Magazines (mindful.org) gibt es einen Schwerpunkt zu achtsamer Kommunikation (Navigating Difficult Conversations, https://www.mindful.org/how-to-navigate-difficult-conversations/). Unter anderem werden Prinzipien achtsamer Kommunikation dargestellt. Ich habe die Prinzipien ins Deutsche übersetzt, da ich sie als sehr hilfreich und beachtenswert für unsere aktuellen privaten und auch öffentlichen Diskussionen halte.

Erst Zuhören

In Konflikten aus einer inneren Haltung heraus versuchen erst der andere Person zuhören zu wollen, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann auch bereit ist uns zuzuhören.

Wahrnehmen

Die Aufmerksamkeit unserer eigene Reaktivität gegenüber – indem wir den Impuls zu einer schnellen Antwort und im Gegensatz dazu die unterstützende Kraft von Pausen und des Abwartens wahrnehmen. Das kann zu hilfreicheren Entscheidungen führen, was wir wann antworten.

Erst Nachdenken

Die Menschen hören eher zu, wenn sie sich gehört fühlen. Um Verständnis zu schaffen, denken Sie nach, reflektieren Sie, bevor Sie antworten.

Versuchen zu verstehen

Je mehr wir einander verstehen, desto einfacher ist es, Lösungen zu finden, die für alle passen. Daher stellen Sie so viel gegenseitiges Verständnis wie möglich her, bevor Sie Probleme lösen. Die meisten Leute hören nicht zu um zu verstehen, sie hören zu, um zu antworten.

Bedürfnisse identifizieren

Konflikte treten in der Regel auf der Ebene der Strategien zur Erfüllung unserer Bedürfnisse auf. Je mehr wir in der Lage sind, unsere eigentlichen Bedürfnisse zu erkennen – warum wir wollen, was wir wollen – desto weniger Konflikte gibt es.

Emotionale Bewusstheit

Sich unserer Emotionen bewusst zu sein, unterstützt unsere Fähigkeit, bewusst zu wählen, wie wir an einem Gespräch teilnehmen.

Verantwortung übernehmen

Je mehr wir Verantwortung für unsere eigenen Gefühle übernehmen und sie mit unseren Bedürfnissen verbinden und nicht mit den Handlungen anderer, desto leichter ist es für andere uns zu zuhören.

Empathisch zuhören

Je mehr wir die Gefühle anderer als Spiegelung ihrer Bedürfnisse hören, desto leichter ist es, sie zu verstehen, ohne Schuldzuweisungen zu hören, zustimmen zu müssen oder sich für ihre Emotionen verantwortlich zu fühlen.

Achtsame Bewegungen

Einführung in die Übung der achtsamen Bewegungen
Übungen im Stehen von Rüdiger Standhardt in Zusammenarbeit mit R. Sriram

Allgemeine Hinweise
Bitte achte bei der Ausführung der Übungen darauf, was jetzt im Moment möglich ist, ohne über Deine Grenzen zu gehen, und lasse das aus, was für Dich im Augenblick nicht angebracht erscheint.
Während wir ein tieferes Gewahrsein und Gespür für uns selbst entwickeln, arbeiten wir im Grunde immer an den Grenzen dessen, was wir gerade tun können. Es ist wichtig sich dieser Grenzen bewusst zu sein und lange genug am Rand dieser Grenzen zu verweilen, um sie zu erfahren. Aber es ist ebenso wichtig, sich nicht anzutreiben, über die Grenze hinauszugehen. Stattdessen schauen wir in jedem Augenblick tief in sie hinein, akzeptieren sie voll und ganz und zwingen uns nicht anders zu sein, als wir im Moment sind.

Perspektivwechsel

Zu Führen bedeutet oft voran zugehen, einen Plan zu haben, zu wissen was Sache ist. In Deiner Rolle als Führungskraft bist Du Vorbild, hast aber bisweilen vielleicht auch das Gefühl alleine an vorderster Front zu stehen. Dabei musst Du gar nicht alles selbst machen oder wissen. Ein unvoreingenommener Blick auf die Welt ist oft die beste Führung, denn dann führt das Leben selbst und Du führst mit ihm.
Diese Meditation hilft Dir dabei Deine Perspektive bei Deiner Arbeit zu verändern. Im inneren Dialog mit dem was ist, bist nicht mehr alleine Du der Lösungen bereitstellen muss, sondern Du lernst Dich von Lösungen finden zu lassen, die aus der bestehenden Situation erwachsen. Dieser Stimme der inneren Führung zu lauschen, mag am Anfang etwas ungewöhnlich oder sogar etwas herausfordernd zu sein, aber je öfter Du Dich darin übst, umso vertrauter wird sie Dir.

Im Flow sein

Wenn wir an Führung denken, denken wir meist zugleich an Macher-Qualitäten. Führungskräfte sollen stark sein, etwas bewegen. Und dies erst recht, wenn sich Hindernisse zeigen. Das bringt uns leicht in die Position gegen Wiederstände reflexhaft anzugehen und wir ignorieren dabei den Rückenwind, der uns oft viel leichter ans Ziel bringt.
Vielleicht fühlst Du Dich durch diese Meditation besonders herausgefordert. Den leichteren Weg zu wählen, bedeutet im Business oft, sich vor etwas zu drücken oder nicht genügend Power zu haben sich durchzusetzen. Es kann jedoch auch eine kluge Entscheidung sein, keine Energie zu verschwenden. Nicht versuchen etwas durchzudrücken. Was gerade passt kannst Du immer wieder aufs Neue herausfinden. Und diese Meditation hilft Dir dabei Deine Unterscheidungsfähigkeit zu trainieren und den Rückenwind zu finden.